Surrealismus-Ausstellung in der Nationalgalerie

Eine Ausstellung mit 120 Werken aus der Zeit der surrealistischen Kunstbewegung wurde Anfang Juli 2019 in der Ungarischen Nationalgalerie im Burgpalast eröffnet. Die Sammlung umfasst Gemälde, Grafiken und Statuen bzw. Fotografien und filmische Dokumentationen, die ein umfassendes Bild über diese aufregende Kunstepoche zeigen.

Péter Fekete, Staatssekretär für Kultur im Ministerium für Humanressourcen, informierte, dass die Ausstellung mit Werken unter anderem von Salvador Dalí, Joan Miró, René Magritte, Pablo Picasso und Alberto Giacometti den Surrealismus und dessen Wendepunkt im Jahr 1929 vorstellt.

Der Titel „Die surrealistische Bewegung von Dalí bis Magritte – Krise und Wiedergeburt in 1929“ verdeutlicht, dass das Jahr 1929 einen wichtigen Meilenstein in der surrealistischen Kunst markiert. In diesem Jahr tritt der spanische Künstler Salvador Dalí der Bewegung bei und es entsteht der Film „Der andalusische Hund“, das erste Meisterwerk der surrealistischen Filmkunst.

Didier Ottinger, stellvertretender Direktor des Pariser „Centre Pompidou“ Kulturzentrums und Kurator der Ausstellung, betonte, dass sich der Surrealismus zu Beginn der 1920-iger Jahre sowohl in der Literatur als auch in der bildenden Kunst entwickelte und die einzige Kunstbewegung ist, die sich auf der ganzen Welt ausbreitete. Der Surrealismus verbindet die Hochkultur mit der Massenkultur. Anfang des 20. Jahrhunderts erreichten die Wellen der surrealistischen Revolution auch Japan und Künstler aus aller Welt kamen in Scharen nach Paris, um die neue Kunstrichtung zu studieren.

Ottinger hob die Werke des metaphysischen Malers Giorgio de Chirico hervor, die als Wegbereiter für die surrealistische Bewegung gelten. Auch die Gemälde des französischen Dadaisten Francis Picabia bilden einen wichtigen Bestandteil in Vorbereitung auf diese aufregende Epoche. Der Dadaismus, eine 1916 in Zürich entstandene literarische und künstlerische Bewegung, war eine Revolte gegen die Kunst von Seiten jener Künstler, die die Gesellschaft ihrer Zeit und deren korruptes Wertesystem ablehnten. Traditionelle Kunstformen wurden deshalb satirisch und in der Regel mit einer gesellschaftskritischen bzw. politischen Botschaft verwendet. Nach dem „Tod“ des Dadaismus kamen die Surrealisten, die sich weniger auf das „Anti“ konzentrierten, sondern sich eher mit der sinnlich wahrgenommenen Welt befassten. Die reale Welt wurde mit der Traumwelt verschmolzen und es wurde begonnen, den Betrachter vor unlösbare Sinnesrätsel zu stellen – erklärt Ottinger.

Die Ausstellung kann bis zum 20. Oktober 2019 besichtigt werden.